Es war schon immer die schnellste und einfachste Art, ein Dach über den Kopf zu bekommen. Wer nicht als Kind schon die anheimelnde und abenteuerliche Atmosphäre selbst gebauter Zelte im Garten auskosten konnte, hat sich vielleicht später mit einem größeren Camping- oder Partyzelt seine Kinderträume erfüllt. Die textile Architektur geht in Ihren Wurzeln bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurück, nehmen wir z. B. die Tipis amerikanischer Indianer oder die Jurten asiatischer Hirten, denen es mit ihren transportablen Häusern möglich war, ihren Wohnort nach Bedarf zu verlegen. Und sicher hat sich schon einmal jeder vor den gigantischen Ausmaßen großer Zirkuszelte in den Bann ziehen lassen.
Durch die Entwicklung der neuen Stoffe und Materialien hat sich in den letzten Jahren die textile Bauweise in der modernen Freiluft-Architektur zu einem der beliebtesten Bau“stoffe“ etabliert. Nicht nur im privaten Bereich, wo man durch wetterfeste Markisenstoffe seine Wohnbereiche im Freien gleichzeitig schützen und verschönern kann, sondern auch im öffentlichen Bereich. Denken wir an die riesigen Freizeitanlagen wie Stadien oder Konzerthallen, Freibäder und Parks, wo riesige Dachflächen mit beweglichen Sonnensegeln für eine luftige und gleichzeitig geschützte Oase für die Zuschauer sorgen. Doch nicht nur saisonale Unternehmen wie die Sommergastronomie oder Eventveranstalter sichern sich mit textilen Erweiterungen ihre Umsätze und machen sich wetterunabhängig, auch in der Landwirtschaft, der Industrie und im künstlerischen Bereich sind Bauten aus textilen Stoffen als preiswerte Lager- und Produktionshallen inzwischen Gang- und Gäbe.
Sonnensegel , Zelte, Planen und Markisen werden nicht nur als Wind-, Regen oder Sonnenschutz verwendet, sondern bieten vor allem kreativen Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten viel Spielraum. Als Werbefläche oder formschöne architektonische Bereicherung ziehen sie die Aufmerksamkeit in verschiedensten Formen auf sich. So lassen sich mit elastischen Sonnensegelstoffen die eigenwilligsten Gebäudeformen und Figuren verwirklichen, die mit herkömmlichen Baustoffen einfach aus statischen Gründen nicht umzusetzen wären. Schon mit einem einfachen viereckigen Sonnensegel lassen sich je nach Höhe der Fixierungspunkte die interessantesten und individuellsten Sonnendächer konstruieren. Oftmals ist nicht mal ein Gerüst von Nöten. Da kann man eigentlich nur noch gespannt sein, was in nächster Zeit noch alles auf textile Art und Weise gebaut wird.