Entwickelt wurde der Energieausweis unter dem Namen Energiepass von der Deutschen-Energie GmbH und wurde von derselben an ca. 4000 Gebäuden getestet. Die Energiesparverordnung beschreibt dieses Zertifikat als Energieausweis, womit der Ausdruck Energiepass seit 2007 nicht mehr verwendet wird.
Muss ich einen Energieausweis haben?
Jeder, der ein Haus baut, umbaut oder vergrössert, muss einen Energiebedarfsausweis beantragen. Ist ein Gebäude vor 1965 errichtet worden, ist der Hauseigner dazu verpflichtet, den Mietern oder Käufern dieses Dokument vorzulegen. Für Gebäude, die später errichtet wurden, gilt als Stichtag der 1. Januar 2009. Bei Nichterfüllung dieser Auflage, wird ein Bussgeld in Höhe von 15 Euro fällig.
Will ich mein Haus weder veräussern noch vermieten, benötige ich auch keinen Energieausweis. Ein weiterer Grund für eine Freistellung dieser Regelung ist, wenn meine Immobilie unter Denkmalschutz steht.
Was steht im Energieausweis?
Es existieren zwei verschiedene Arten von Energieausweisen.
1.Für Energieverbrauch
2.Für Energiebedarf
Der Energieverbrauchswert wird errechnet, indem man den Verbrauch der letzten drei Jahre als Grundlage heranzieht.
Der Energiebedarfswert errechnet sich durch eine Gebäudeberechnung, wobei gut isolierte Fenster und sonstige Wärmedämmung berücksichtigt wird.
Die Angaben können nur von Fachleuten geprüft werden und der Energieausweis selbst, ist ebenfalls nur mit Fachwissen zu verstehen und scheint für den Normalverbraucher undurchschaubar.
Kritisiert wird ebenfalls, dass sich erhebliche Abweichungen bei den Energieausweisen einschleichen. Der Energieverbrauch für Warmwasser, zum Beispiel, wird kaum berücksichtigt, sodass Abweichungen von 100 % keine Seltenheit sind. Wohnungen können ebenfalls schlecht kalkuliert werden. Auch die sogenannten Klimafaktoren, die herangezogen werden, können fehlerhaft interpretiert werden, sodass auch hierbei hohe Fehlerquoten zu verzeichnen sind.
Die Energiebedarfausweise weisen häufig zu niedrige Bedarfswerte auf. Dies hat zur Folge, dass falsche Einsparungen erwartet werden. Fehlinvestitionen durch Immobilienkauf mit falsch berechnetem Energiebedarfswert sind keine Seltenheit.
Mittlerweile tummeln sich um die zwanzig Anbieter auf dem Markt, die Software für Energieausweise anbieten. Allerdings ist nicht jede Software dazu geeignet, die geforderten Ansprüche hinsichtlich Energieverbrauch und Energiebedarf zu erfüllen. Zu viele Wohngebäude müssen unterschiedlich berechnet werden und eine vernünftige Energiebilanz zu erstellen, scheint ein schwieriges Unterfangen zu sein.
Es kann wohl getrost gesagt werden, dass es sich bei dem Energieausweis um ein Dokument handelt, was noch in den Kinderschuhen steckt. Bleibt zu hoffen, dass in naher Zukunft eine vereinfachte Ausführung entwickelt wird, die Bürgern und Fachleuten gleichermassen weniger Kopfzerbrechen bereitet.
Irreführend für den Bürger sind in erster Linie die vielen Fachausdrücke mit denen der Energieausweis gespickt ist. Ein potentieller Käufer oder Mieter einer Immobilie ist nach Durchsicht des Energieausweises nach wie vor darauf angewiesen, an einen ehrlichen Verkäufer oder Vermieter zu geraten oder an einen ehrlichen Bauunternehmer, falls er vor hat, sich ein Eigenheim mit entsprechender Wärmedämmung bauen zu lassen.
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